Die Dunstabzugshaubenprüfung umfasst die systematische Bewertung von Hauben für den Küchenbereich hinsichtlich Absaugleistung, Fettabscheidung, Geruchsreduktion, Geräuschemission, Energieverbrauch und Beleuchtung. Als Prüfojekt dient ein elektrisches Gerät zur Wrasenabfuhr, dessen Gebrauchstauglichkeit und Sicherheit gegenüber einschlägigen europäischen Normen nachgewiesen werden muss. Die Prüfung gliedert sich in die Festlegung des Prüfumfangs, die Bereitstellung des Prüfmusters, die messtechnische Erfassung von Volumenstrom und Filterwirkung sowie ergänzende Messungen zu Akustik, Energiebedarf und Lichtausbeute. Aus den Ergebnissen lassen sich Grenzwertabweichungen erkennen, energetische Klassifizierungen ableiten und Gebrauchseigenschaften objektiv vergleichen. Für Hersteller, Handelsunternehmen und Prüflaboratorien bildet die Dunstabzugshaubenprüfung damit eine Grundlage für Konformitätsnachweise, Produktentwicklung und Marküberwachung.
Prüfumfang
und Normen (EN 61591, EN 61591, EU 66/2014)
Der Prüfumfang einer Dunstabzugshaubenprüfung orientiert sich an EN 61591 als zentraler Produktnorm für Haushalts-Dunstabzugshauben. Sie legt Verfahren zur Bestimmung von Luftvolumenstrom, Fettabscheidegrad, Geruchsreduktionsgrad und Geräuschemission fest. Ergänzend regelt die EU-Verordnung 66/2014 die Energieverbrauchskennzeichnung; hierzu gehören der jährliche Energieverbrauch, die Fettabscheidung auf einer Klassenskala sowie die Angabe von Luftvolumenstrom und Schallleistungspegel am Energieetikett. Vor Prüfbeginn werden die anzuwendenden Normfassungen, der Betriebszustand des Gerätes und die zu dokumentierenden Kennwerte festgelegt. Sicherheitsaspekte, etwa die elektrische Sicherheit nach harmonisierten Basisnormen, können den Umfang erweitern, wenn ein vollständiger Konformitätsnachweis gefordert ist. Der Prüfplan hält alle Betriebsstufen, Filterbestückungen und Messwiederholungen schriftlich fest, damit jede Einzelmessung nachvollziehbar bleibt.
Prüfmuster und Prüfaufbau
Als Prüfmuster dient eine serienmäßige Dunstabzugshaube mit vollständigem Zubehör, insbesondere den vorgesehenen Fett- und Geruchsfiltern. Vor der Prüfung erfolgt eine Konditionierung im Normklima, damit Bauteile und Filter definierte Ausgangszustände aufweisen. Der Prüfaufbau besteht aus einer genormten Prüfkabine oder Prüfträgerkonstruktion, in der die Haube in montierter Stellung betrieben wird. Zuluft- und Abluftführung werden so ausgeführt, dass der Volumenstrom reproduzierbar eingestellt werden kann; bei Umluftbetrieb wird der Abluftweg entsprechend der Norm verschlossen und über Aktivkohlefilter geführt. Messeinrichtungen für Druck, Temperatur und Luftfeuchte sind kalibriert vorzuhalten. Die Netzspannung und -frequenz entsprechen den Nennwerten des Gerätes. Alle Anschlüsse, Rohrlängen und Einbauseiten werden im Prüfbericht dokumentiert, da diese Randbedingungen das Messergebnis beeinflussen.
Messmethoden:
Volumenstrom, Fettabscheidung und Geruchsreduktion
Der Luftvolumenstrom wird über die Druckdifferenzmessung an einer Drosselstrecke oder mit einem angeschlossenen Messkanal bestimmt; hieraus lassen sich die Druckerhöhung und die aerodynamische Kennlinie der Haube ableiten. Für die Fettabscheidung wird ein Prüfaerosol aus speisefetthaltiger Suspension über eine definierte Zeit durch das Gerät geleitet. Die Bestimmung erfolgt gravimetrisch: Fettbeladung vor und nach dem Filter wird durch Wägung von Abscheidefiltern oder durch Extraktion und anschließende gravimetrische Bestimmung ermittelt. Daraus berechnet sich der Abscheidegrad über das Verhältnis von zurückgehaltenem zu zugeführtem Fett. Die Geruchsreduktion wird im Umluftbetrieb geprüft. Ein Prüfgas wird in die Kabine eingebracht; die Abnahme der Gaskonzentration wird kontinuierlich, häufig mit einem Flame-Ionisations-Detektor, über die Zeit verfolgt. Aus dem Konzentrationsverlauf ergibt sich der Geruchsreduktionsgrad der Aktivkohlefilterbestückung.
Akustik-,
Energieverbrauchs- und Beleuchtungsmessung
Die Akustikmessung erfasst den A-Schallleistungspegel nach dem Hüllflächenverfahren in einem reflexionsarmen Raum. Mikrofone werden auf einer Messfläche um das betriebene Gerät verteilt; gemessen wird in der lautesten Betriebsstufe, da diese für die Kennzeichnung herangezogen wird. Der Energieverbrauch wird über eine Leistungsmessung in den einzelnen Betriebsstufen ermittelt, einschließlich Standby-Verbrauch und Leerlaufleistung der Beleuchtung. Aus diesen Werten, verbunden mit angenommenen jährlichen Betriebsstunden der Verordnung, errechnet sich der Jahresverbrauch für das Energielabel. Für die Beleuchtungsmessung wird die Beleuchtungsstärke auf der Kochfeld Ebene mit einem kalibrierten Luxmeter an definierten Messpunkten bestimmt. Diffuses Umgebungslicht ist während der Messung auszuschließen. Die Leuchtmittelbestückung bleibt unverändert; Messungen erfolgen nach ausreichender Einschaltdauer, so dass eine stabile Lichtausbeute erreicht ist.
Grenzwerte und Bewertungskriterien
Die Bewertung ordnet jede Einzelmessung den Klassen und Schwellenwerten der Kennzeichnungsverordnung zu. Der Fettabscheidegrad und der Geruchsreduktionsgrad werden in Klassen eingeteilt; das Energielabel weist zusätzlich die Energieeffizienzklasse, den Jahresverbrauch, den Schallleistungspegel und die Beleuchtungsstärke aus. Angaben auf dem Etikett und im Datenblatt müssen mit den Messwerten übereinstimmen; Abweichungen führen zur Beanstandung. Bei den messtechnischen Werten gelten die Wiederhol- und Vergleichspräzision der Verfahren; Messunsicherheiten sind anzugeben und bei Grenzfällen zu berücksichtigen. Ein Gerät gilt als bestanden, wenn alle deklarierten Kennwerte innerhalb der zulässigen Toleranzen liegen und keine sicherheitsrelevanten Mängel vorliegen. Auffälligkeiten, etwa zu hohe Schallemissionen oder unzureichende Fettabscheidung, werden mit Messprotokoll, Diagramm und Bewertung einzeln begründet.
Anwendungsszenarien der Prüfung
Hersteller nutzen die Dunstabzugshaubenprüfung während der Produktentwicklung, um Filterkonzepte, Geometrie der Lüftereinheit und Betriebsstufen programme auf Zielwerte hin auszulegen. Vor der Markteinführung dient sie dem Nachweis der Konformität mit den Kennzeichnungspflichten und den Grundanforderungen der Elektrosicherheit sowie daraus folgend der CE-Kennzeichnung. Händler und Einkäufer bestellen Prüfberichte, um Herstellerangaben zu verifizieren und Listenwerte für Kataloge und Online-Darstellungen abzusichern. Marktüberwachungsbehörden ziehen Stichprobenprüfungen heran, wenn Etikettangaben angezweifelt werden. Auch im Streitfall zwischen Lieferant und Abnehmer liefern normgerechte Messungen eine objektive Entscheidungsgrundlage. Für Verbraucherorganisationen und Vergleichstests bilden die normierten Kennwerte eine vergleichbare Datengrundlage über verschiedene Geräte und Bauformen hinweg.
FAQ
Was beeinflusst die Kosten einer Dunstabzugshaubenprüfung?
Kostentreiber sind vor allem der Prüfumfang, etwa die Kombination aus Volumenstrom-, Fettabscheide-, Geruchsreduktions-, Akustik- und Energieverbrauchsmessung, sowie der Aufwand für den Prüfaufbau mit Kabine und Messkanal. Zusätzliche Betriebsstufen, Wiederholungsmessungen und Filtervarianten erhöhen den zeitlichen Aufwand entsprechend.
Wie werden Nachprüfungen und Datenstreitigkeiten bei Dunstabzugshauben gehandhabt?
Bei abweichenden Ergebnissen zwischen zwei Stellen wird das Prüfverfahren verglichen: Normfassung, Betriebsstufe, Filterbestückung und Kalibrierzustand der Messtechnik werden geprüft. Auf Antrag erfolgen Wiederholungsmessungen am selben Muster unter dokumentierten Randbedingungen; verbleibende Differenzen werden anhand der angegebenen Messunsicherheiten bewertet.
Wie lange dauert eine Dunstabzugshaubenprüfung bis zur Berichtsausgabe?
Die Dauer richtet sich nach dem vereinbarten Umfang. Neben den eigentlichen Messungen, inklusive Aerosolbelastung und Konditionierung des Musters, fallen Auswertung und Berichtsprüfung an. Der Zeitbedarf wird vor Auftragserteilung individuell zwischen Labor und Auftraggeber festgelegt.
