Akkreditiertes Laboratorium ISO/IEC 17025 · ILAC-MRA-Mitglied
ZKGX Research

Nationale Norm für Metall-Zugversuche, Prüfraten und

Mechanische Prüfungen2026-10-28

Der Zugversuch an metallischen Werkstoffen gehört zu den grundlegenden mechanischen Prüfverfahren der Werkstoffprüfung und ist in nationalen wie internationalen Normwerken einheitlich geregelt. Gegenstand der Prüfung sind metallische Proben unterschiedlicher Produktformen, deren Festigkeits-, Dehnungs- und Elastizitätseigenschaften unter einachsiger Zugbeanspruchung ermittelt werden. Die nationale Norm für Metall-Zugversuche definiert dabei nicht nur Probenformen und Versuchsdurchführung, sondern insbesondere auch die einzuhaltenden Prüf- bzw. Dehngeschwindigkeit, deren Einfluss auf die Messergebnisse erheblich ist. Der vorliegende Beitrag erläutert die zugehörigen Prüfnormen, die Probenentnahme, die methodische Durchführung, die an die Messtechnik gestellten Anforderungen sowie die Beurteilung der Kennwerte vor dem Hintergrund industrieller Anwendungen.

zugehörige Prüfnormen

Die Zugprüfung metallischer Werkstoffe ist auf mehreren Normebenen verankert. Auf internationaler Ebene bilden die ISO-Serie zum Zugversuch an metallischen Werkstoffen sowie deren europäische Übernahmen als EN-Normen das methodische Fundament; ergänzend ist auf die ASTM-Reihe zu verweisen, die in Nordamerika verbreitet ist. Die nationale Norm für Metall-Zugversuche lehnt sich in Aufbau und Inhalt eng an diese internationalen Regelwerke an, sodass Ergebnisse zwischen den Systemen grundsätzlich vergleichbar bleiben, sofern Probenform und Prüfrate identisch gewählt werden. Für spezielle Produktgruppen, etwa Bleche, Drähte, Rohre oder Gusswerkstoffe, existieren eigene produktbezogene Liefernormen mit abweichenden Probenformen und Bewertungskriterien. Bei der Prüfplanung ist daher stets zu klären, welche Norm Ebene maßgeblich ist: die allgemeine Grundnorm, die produktspezifische Liefernorm oder eine abweichende Kundenvereinbarung. Diese Rangfolge sollte im Prüfauftrag dokumentiert werden, damit die spätere Grenzwertbeurteilung eindeutig bleibt.

Probenarten

und Probenentnahme für den Zugversuch
Die Probenentnahme bestimmt die Aussagekraft des gesamten Versuchs. Grundsätzlich werden metallische Proben als Flachproben, Rundproben oder als Erzeugnisproben in deren ursprünglichem Querschnitt geprüft; draht- und rohrförmige Erzeugnisse können ohne weitere Bearbeitung direkt eingespannt werden. Die Entnahme hat so zu erfolgen, dass die Werkstoffeigenschaften repräsentativ abgebildet werden: Bei gewalzten Erzeugnissen ist die Texturrichtung zu berücksichtigen, da Längs- und Querproben unterschiedliche Kennwerte liefern können. Um Kaltverfestigungen aus dem Trennprozess auszuschließen, sind die Probenkonturen spanend unter Kühlung zu bearbeiten. Oberflächenfehler, Kerben oder Riefen wirken als Spannungskonzentrationen und verfälschen insbesondere die Bruchdehnung. Die Probengeometrie mit Messlänge, Parallelteil und Übergangsradien folgt den Vorgaben der Grundnorm. Vor Versuchsbeginn werden Querschnittsfläche und Messlänge an jeder Probe einzeln vermessen, da aus diesen Werten alle Kenngrößen berechnet werden.

Prüfmethode und Versuchsdurchführung

Der Versuch selbst läuft in definierten Phasen ab. Zunächst wird die Probe mittels hydraulischer oder mechanischer Klemmung in der Prüfmaschine zentriert eingespannt; eine exakte Kraftachse ist Voraussetzung für eine reine einachsige Beanspruchung, da Biegeanteile die Messung bereits im elastischen Bereich verzerren. Anschließend wird eine Vorlast aufgebracht, um Spiel in der Einspannung zu eliminieren. Während der Belastung werden Kraft und Verlängerung kontinuierlich erfasst, entweder über den Traversenhub oder bevorzugt über direkt auf dem Parallelteil montierte Dehnungsmessstreifen bzw. Videoextensometer. Der Versuch wird bis über die Gleichmaßdehngrenze hinaus mit geregelter Dehngeschwindigkeit gefahren; erst nach Erreichen einer definierten Dehnung darf auf traversengeregelte Fahrt umgeschaltet werden, um die Gesamtversuchsdauer zu begrenzen. Der Bruch markiert das Versuchsende. Danach werden die Bruchstücke zur Bestimmung der Bruchdehnung und der Brucheinschnürung zusammengefügt und nachgemessen.

Prüfraten

und messtechnische Anforderungen
Die Prüfrate ist der entscheidende Verfahrensparameter dieser Norm. Metallische Werkstoffe reagieren geschwindigkeitsabhängig: Höhere Dehngeschwindigkeiten führen über die erhöhte Fließspannung tendenziell zu höheren Festigkeitswerten und geringeren Dehnungskennwerten. Die Norm schreibt daher für die verschiedenen Versuchsabschnitte eng tolerierte Bereiche der dehnungsbasierten Prüfrate vor, angelehnt an die international gebräuchlichen Geschwindigkeitsklassen. Im elastischen Bereich und bis zur Streckgrenze gelten strenge Toleranzen, während nach der Streckgrenze ein weiterer Bereich zulässig ist. Um diese Regelung technisch umzusetzen, sind Prüfmaschinen mit geschlossenem Regelkreis und ausreichender Regelgüte erforderlich; die Kraftmessung muss kalibriert sein, und die Klasse des Dehnungsmesssystems bestimmt die zulässige Mesunsicherheit bei der Streckgrenzenbestimmung. In kalibrierten Prüfsystemen ist die Reibung der Klemmung und die Steifigkeit des Kraftaufnehmers zu berücksichtigen. Nur bei Einhaltung der Ratenvorgaben sind Ergebnisse verschiedener Prüfstellen vergleichbar.

Kennwerte und Grenzwertbeurteilung

Aus der Kraft-Verlängerungs-Kurve werden die Kennwerte ermittelt: obere und untere Streckgrenze oder die Dehngrenze bei Werkstoffen ohne ausgeprägte Streckgrenze, die Zugfestigkeit, die Bruchdehnung sowie bei Rundproben die Brucheinschnürung; ergänzend lässt sich der Elastizitätsmodul aus der Steigung des elastischen Bereichs berechnen. Für die Bewertung sind diese Werte mit den Grenzwerten der maßgeblichen Produktnorm oder Lieferbedingung zu vergleichen. Die Einhaltung der Streckgrenze oder Dehngrenze gilt häufig als wichtigstes Abnahmekriterium, da daraus die bauteilbezogene Dimensionierung abgeleitet wird. Bei Unterschreitung eines Grenzwerts ist zunächst die Prüfeinordnung zu prüfen: Probenlage, Prüfrate und Messtechnik können das Ergebnis derart beeinflussen, dass ein Normverstoß vorliegt, bevor ein Werkstoffmangel diagnostiziert wird. Die Beurteilung erfolgt daher immer im Zusammenspiel von Messwert, Messunsicherheit und normativem Mindestwert; Wiederholungsprüfungen sind bei abweichenden Ergebnissen meist vorgesehen.

Anwendungsgebiete und Branchenkontext

Zugversuche nach nationaler Norm kommen in praktisch allen Branchen zum Einsatz, in denen metallische Halbzeuge und Bauteile gefertigt oder verarbeitet werden: im Stahl- und Leichtmetallbau, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automobil- und Luftfahrtindustrie sowie im Rohrleitungs- und Behälterbau. Eingangs­prüfungen von Lieferchargen, Qualifikationsprüfungen von Schweißverbindungen, Werkstoffnachweise im Rahmen der Bauüberwachung und Schadensanalysen bilden typische Anwendungsfälle. In der Fertigungsbegleitung dienen Zugkennwerte der Freigabe von Wärmebehandlungsprozessen und der Überwachung von Umformoperationen. Für akkreditierte Prüflaboratorien ist die regelmäßige Teilnahme an Ringversuchen üblich, um die Vergleichbarkeit der eigenen Ergebnisse abzusichern. Da Kunden und Prüfstellen increasingly nach internationalem Normstand arbeiten, wird die Angabe der eingehaltenen Prüfrate und der Dehnmessklasse im Prüfbericht zur Pflichtinformation, anhand derer die Ergebnisqualität nachvollzogen werden kann.

FAQ

Welche

Inhalte enthält ein Prüfbericht zum Metall-Zugversuch und wofür wird er verwendet?
Ein Prüfbericht nach der nationalen Norm für Metall-Zugversuche dokumentiert Probenbezeichnung, Probenform und Entnahmeort, die eingesetzte Prüfrate, die Dehnmessklasse sowie die ermittelten Kennwerte wie Streckgrenze, Zugfestigkeit und Bruchdehnung. Auftraggeber nutzen den Bericht als Werkstoffnachweis bei der Wareneingangsprüfung, für Bauüberwachungen oder zur Freigabe von Fertigungsprozessen.

Wie läuft die Beauftragung eines Zugversuchs ab und welche Angaben sind wichtig?

Zunächst werden Prüfauftrag, maßgebliche Produktnorm und gewünschte Probenlage vereinbart. Der Auftraggeber sollte Werkstoff, Erzeugnisform, Probenanzahl und den Verwendungszweck mitteilen, da hiervon Probenform und Bewertungskriterium abhängen. Nach der Prüfung erfolgt die Auswertung der Messwerte gegen die Grenzwerte der vereinbarten Norm, auf Wunsch mit Auslegung einzelner Kennwerte.

Welche

Faktoren beeinflussen die Kosten eines Metall-Zugversuchs?
Kostentreiber sind vor allem die Probenart und der Bearbeitungsaufwand, da individuelle Flach- oder Rundproben spanend gefertigt werden müssen. Die Anzahl der Kennwerte beeinflusst den messtechnischen Aufwand, etwa wenn zusätzlich der Elastizitätsmodul bestimmt werden soll. Auch die Einhaltung enger Prüfraten und die Dokumentationstiefe nach Kundenanforderung wirken sich auf den Aufwand aus.