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Prüfnormen für Brillenfassungen und Gültigkeitsdauer der

Mechanische Prüfungen2026-10-26

Brillenfassungen sind Träger der optischen Korrektur und zugleich produktsicherheitsrelevante Gebrauchsgegenstände, die direkten Hautkontakt haben und mechanischen Dauerbeanspruchungen unterliegen. Die Prüfung von Brillenfassungen umfasst dimensionelle Anforderungen, mechanische Festigkeit, chemische Beständigkeit sowie die Freisetzung von Nickel und anderen Substanzen. Grundlage der Bewertung bilden europäische Normen wie die EN ISO 12870 für Fertigfassungsmuster und die EN 16128 zur Nickelwanderung. Der folgende Beitrag erläutert die relevanten Normen, die Auswahl und Vorbereitung der Prüfmuster, die Prüfmethoden und den Ablauf sowie die Kriterien und Grenzwerte. Abschließend wird die Gültigkeitsdauer der Zertifizierung und die Notwendigkeit von Wiederholungsprüfungen behandelt.

rtigkeitsdauer der Zertifizierung

Die Gültigkeitsdauer einer Zertifizierung für Brillenfassungen ist nicht gesetzlich fixiert, sondern ergibt sich aus dem Zertifizierungsprogramm und den Vertragsbedingungen der zertifizierenden Stelle. In der Praxis werden Konformitätsbewertungen für Rahmensysteme häufig mit einer Befristung von mehreren Jahren ausgestellt. Innerhalb dieses Zeitraums obliegt dem Hersteller die Pflicht, Änderungen an Konstruktion, Material oder Fertigungsstandort an die zertifizierende Stelle zu melden. Solche Änderungen können eine erneute Bewertung auslösen, da die ursprüngliche Prüfbasis dann nicht mehr uneingeschränkt zutrifft. Zudem kann die Gültigkeit erlöschen, wenn zitierte Normen zurückgezogen oder ersetzt werden. Hersteller sollten daher die Fristen ihrer Zertifikate systematisch überwachen und den Nachweis der fortlaufenden Konformität durch interne Kontrollen ergänzen.

Relevante

Normen und Standards (EN ISO 12870, EN 16128)
Die EN ISO 12870 legt grundlegende Anforderungen an unbeschliffene Fertigfassungsmuster fest. Sie behandelt dimensionelle Toleranzen, die Verträglichkeit der Rahmenbestandteile sowie mechanische Prüfungen, darunter die Dauerbiegeprüfung an Gelenken und die Bestimmung der Haltekräfte für Gläser. Ergänzend regelt die Norm Anforderungen an die Kennzeichnung, sodass Aussagen zu Material und Größe nachvollziehbar bleiben. Die EN 16128 beschäftigt sich mit der Nickelwanderung aus allen Metallkomponenten, die in direktem und längerem Hautkontakt stehen. Sie simuliert den Kontakt mit Hautschweiß mittels eines künstlichen Schweißlösungsmittels und grenzt die zulässige Nickelfreisetzung ein. Beide Normen sind für das Inverkehrbringen in Europa regelmäßig Teil der technischen Dokumentation. Hersteller und Prüflaboratorien nutzen sie als gemeinsame Bewertungsgrundlage für Rahmen aller Materialklassen, etwa Metall, Kunststoff oder Mischkonstruktionen.

Prüfmuster und Probenvorbereitung

Vor Beginn einer Prüfreihe ist festzulegen, welche Rahmenvarianten die Produktfamilie repräsentativ abdecken. Kriterium sind übereinstimmende Werkstoffe, identische Gelenkkonstruktionen und gleiche Oberflächenbehandlungen. Entfallen mehrere Varianten auf eine Familie, kann eine Stichprobe die Bewertung tragen, sofern die zertifizierende Stelle dies anerkennt. Für die Prüfung nach EN ISO 12870 werden unbeschliffene Fassungen im Anlieferungszustand verwendet. Vor der mechanischen Prüfung sind die Muster auf sichtbare Beschädigungen zu kontrollieren und zu dokumentieren. Für die Nickelwanderung nach EN 16128 sind die Metallkomponenten mit Hautkontakt zu identifizieren, zu reinigen und in definierten Flächenabschnitten zu beproben. Die Konditionierung erfolgt bei Raumklima über eine angemessene Ausgleichszeit, damit Feuchte und Temperatur die Messwerte nicht verfälschen. Alle Muster sind eindeutig zu kennzeichnen, damit die Zuordnung der Ergebnisse zu Bauteilen und Werkstoffen erhalten bleibt.

Prüfmethoden und Prüfablauf

Der Prüfablauf beginnt mit der visuellen und dimensionellen Inspektion, bei der Maße, Form und Kennzeichnung aufgenommen werden. Anschließend folgt die mechanische Prüfung. In der Dauerbiegeprüfung werden Gelenke und Bügelscharniere über eine festgelegte Anzahl von Lastwechseln gebeugt, um die Funktionsfähigkeit nach der Beanspruchung zu bewerten. Weitere Bausteine betreffen die Haltekräfte von Gläsern im Rahmen sowie die Belastbarkeit von Stegen und Brillenauflagen. Die Nickelbestimmung erfolgt als Migrationstest: Die Prüfflächen werden mit einem künstlichen Schweißmittel benetzt, das über eine definierte Einwirkdauer mit der Oberfläche in Kontakt bleibt. Anschließend wird die Lösung aufgearbeitet und der Nickelgehalt mittels spektrometrischer Verfahren, üblicherweise Atomabsorptionsspektrometrie oder ICP-Spektrometrie, quantifiziert. Jeder Prüfschritt ist in einem Prüfprotokoll mit Prüfklima, Geräteidentifikation und Beobachtungen festzuhalten. Abweichungen vom Ablauf sind zu begründen und zu dokumentieren.

Prüfkriterien und Grenzwerte

Die Bewertung orientiert sich an den Grenzwerten der zitierten Normen. Für die Nickelwanderung legt die EN 16128 einen Höchstwert für die abgegebene Nickelmenge je Fläche und Woche fest. Überschreitet eine Komponente diesen Wert, gilt sie als nicht konform, sofern keine Beschichtung nachgewiesen wird, die die Abgabe dauerhaft reduziert. Bei mechanischen Prüfungen gelten Funktionskriterien: Nach der Dauerbiegeprüfung dürfen Gelenke weder Brüche noch einen Funktionsverlust aufweisen, der die Nutzung einschränkt. Risse, dauerhafte Verformungen oder gelockerte Verbindungen werden als Mängel bewertet. Dimensionelle Abweichungen sind gegen die Toleranzangaben der Norm zu prüfen. Für jeden Prüfpunkt ist das Ergebnis mit Bestanden oder Nicht bestanden eindeutig auszuweisen. Grenzfälle sind im Bericht zu erläutern, damit der Empfänger die Bewertung nachvollziehen kann.

Gültigkeitsdauer

und Wiederholungsprüfungen
Prüfberichte selbst verlieren formal nicht ihre Gültigkeit, ihre Aussagekraft sinkt jedoch, wenn Produktionsbedingungen, Werkstoffe oder Normfassungen sich ändern. Zertifizierungen sind daher befristet und an Auflagen gebunden. Innerhalb der Gültigkeitsdauer verlangen viele Zertifizierungsprogramme regelmäßige Überwachungsprüfungen, die stichprobenartig die Aufrechterhaltung der Konformität nachweisen. Ein vollständiger erneuter Zulassungstest wird fällig, wenn neue Rahmenmodelle hinzukommen, Materialien gewechselt werden oder eine zitierte Norm in einer neuen Fassung erscheint. Hersteller empfiehlt sich ein Prüfkalender, der Zertifikatsfristen, Normrevisionen und geplante Produktänderungen zusammenführt. Auf diese Weise lassen sich Wiederholungsprüfungen terminieren, bevor Zertifikate ablaufen und Lieferungen ohne gültigen Konformitätsnachweis erfolgen.

FAQ

Was steht in einem Prüfbericht für Brillenfassungen und wozu dient er?

Ein Prüfbericht für Brillenfassungen dokumentiert Prüfmuster, angewandte Normen wie EN ISO 12870 und EN 16128, Prüfklima, Gerätelisten sowie die Ergebnisse je Prüfpunkt mit Bestanden oder Nicht bestanden. Er dient als Nachweis der Konformität gegenüber Behörden, Kunden und zertifizierenden Stellen und ist Bestandteil der technischen Dokumentation.

Wie läuft die Beauftragung einer Fassungsprüfung ab und welche Punkte sind vorab zu klären?

Zunächst sind die zu prüfenden Rahmenvarianten, Werkstoffe und Hautkontaktflächen mit dem Labor abzustimmen. Zu klären sind die zutreffenden Normfassungen, der Umfang der mechanischen Prüfungen und der Migrationstest auf Nickel. Vor Beauftragung sollten Musterzahl, Probenvorbereitung und Berichtsformate festgelegt werden, damit die Prüfung ohne Rückfragen abläuft.

Welche

Faktoren beeinflussen die Kosten einer Prüfung von Brillenfassungen?
Die Kosten richten sich nach der Zahl der Prüfmuster und Metallkomponenten mit Hautkontakt, dem Umfang der mechanischen Prüfungen sowie dem analytischen Aufwand der Nickelbestimmung. Weitere Einflussgrößen sind die Vorbehandlung der Proben, etwa Reinigung und Konditionierung, sowie der gewünschte Berichtsumfang einschließlich Auswertung und Dokumentation.