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Prüfung von Druckmessgeräten

Mechanische Prüfungen2026-10-24

Die Prüfung von Druckmessgeräten umfasst als Prüfgut alle tragbaren und fest installierten Instrumente zur Anzeige oder Aufzeichnung von Über- und Unterdruck, darunter Manometer mit Rohrfeder, Membran- und Kapselmanometer, digitale Druckmessgeräte sowie Druckaufnehmer mit nachgeschalteter Anzeige. Gegenstand der Prüfung sind die Anzeigegenauigkeit über den Messbereich, die Wiederholbarkeit, die Nullpunktsstabilität und die mechanische Unversehrtheit des Geräts. Die nachfolgenden Abschnitte behandeln Prüfgut und Prüfpunkte, die einzusetzenden Prüfmittel mit ihren Kalibrierreferenzen, die alternativen Prüfverfahren der Vergleichs- und Direktmessung, den praktischen Prüfablauf sowie die Bewertung von Messabweichungen. Abschließend werden einschlägige Normen und die empfohlenen Prüfintervalle erläutert. Die regelmäßige Prüfung stellt sicher, dass Druckmessgeräte innerhalb ihrer Fehlergrenzen anzeigen und Messwerte in sicherheitsrelevanten Anlagen verlässlich bleiben.

Prüfgut

und Prüfpunkte des vollständigen Prüfungsumfangs
Zu den Prüfgut zählen analoge anzeigende Druckmessgeräte mit elastischem Messglied, digitale Druckmessgeräte, Drucktransmitter mit Anzeige sowie Referenz- und Präsisionsmanometer für Laborzwecke. Je nach Geräteklasse reicht der Messbereich vom Vakuum über Niederdruck bis zu Hochdruckanwendungen; die Prüfung ist auf den gesamten Nennbereich oder auf den betrieblich genutzten Teilbereich abzustimmen. Der Prüfpunkteumfang gliedert sich in drei Ebenen: Erstens die äußere Besichtigung auf Glasbruch, Zeigerverformung, Korrosion und Lesbarkeit der Skala. Zweitens die Funktionsprüfung bei steigendem und fallendem Druck, einschließlich Nullpunktlage und Zeigermittenahme bei Schlagbeanspruchung. Drittens die messtechnische Bewertung der Anzeigeabweichung an definierten Prüfpunkten über den Messbereich verteilt, typischerweise bei etwa zehn gleichmäßigen Teilstrichen oder auf- und ablaufend in aufsteigender sowie absteigender Richtung.

Prüfmittel

und Kalibrierreferenzen für die Gerätesteigerung
Als Prüfmittel kommen Druckkalibratoren, hydraulische und pneumatische Prüfpumpen, Deadweight-Tester (Kolbendruckwaagen), Präzisionsnormalmanometer sowie kalibrierfähige Digitalkalibratoren zum Einsatz. Die Wahl richtet sich nach dem Druckbereich und dem gewünschten Genauigkeitsverhältnis zwischen Normal und Prüfling. Ein Grundprinzip der Kalibriertechnik fordert, dass die Messunsicherheit des Bezugsnormals deutlich kleiner ist als die zulässige Fehlergrenze des Prüflings. Alle eingesetzten Prüfmittel müssen auf ein nationales Normal rückführbar kalibriert sein; die Kalibrierscheine sind vor Beginn der Prüfung auf Gültigkeit zu prüfen. Die Kalibrierreferenzen werden vor jeder Prüfreihe dokumentiert, einschließlich Seriennummer, Kalibrierdatum und angegebener Messunsicherheit. Bei Deadwickelkolbenwaagen sind die verwendeten Massesätze und die lokale Fallbeschleunigung in die Auswertung einzubeziehen. Das Temperaturgleichgewicht zwischen Prüfmittel, Prüfling und Prüfmedium ist abzuwarten, da Temperaturschwankungen die Anzeige beider Geräte beeinflussen können.

Prüfverfahren

der Vergleichsmessung und der Direktmessung
Bei der Vergleichsmessung wird das Prüfgut mit einem Referenzmessgerät derselben Druckquelle parallel geschaltet. Beide Geräte erfahren denselben Druck, und die Differenz der Anzeigen ergibt die Messabweichung des Prüflings. Dieses Verfahren eignet sich für Serienprüfungen und ist mit geringem Aufwand automatisierbar. Die Genauigkeit der Aussage hängt unmittelbar vom Bezugsnormal ab, daher ist dessen Fehlergrenze möglichst um eine Zehnerpotenz kleiner zu wählen. Bei der Direktmessung wird der Druck nicht über ein zweites Anzeigegerät, sondern über eine physikalische Primärrealisierung erzeugt und gemessen, etwa mittels Kolbendruckwaage oder Quecksilbermano­meter. Der Druck resultiert dort aus Masse, Fläche und Fallbeschleunigung und ist dadurch besonders stabil und rückführungsfähig. Die Direktmessung ist aufwendiger, liefert jedoch die kleinste erreichbare Messunsicherheit und dient bevorzugt zur Kalibrierung von Bezugsnormalen. In der betrieblichen Praxis wird überwiegend die Vergleichsmessung angewendet; die Direktmessung bleibt Kalibrierlaboratorien und der Normalkette vorbehalten.

Prüfablauf mit den einzelnen Prüfpunkten

Der Prüfablauf beginnt mit der Vorbereitung: Das Gerät ist auf äußere Mängel zu prüfen, zu reinigen, bei Bedarf zu entlüften und thermisch an die Prüfumgebung anzugleichen. Die Prüftemperatur ist konstant zu halten und zu protokollieren. Danach wird der Nullpunkt bei druckloser Entlastung aufgenommen. Anschließend erfolgt die Prüfpunktfahrt aufsteigend vom Nullpunkt bis zum Endwert, wobei an jedem Prüfpunkt kurz zu verweilen ist, damit sich die Anzeige beruhigt. Am Endwert wird der Druck eine definierte Zeit gehalten, um Kriecherscheinungen und elastische Nachwirkung des Messglieds zu erkennen. Sodann werden dieselben Prüfpunkte absteigend angefahren; aus den Differenzen zwischen Auf- und Abwärtsanzeige ergibt sich die Umkehrsperrung (Hysterese). Abschließend wird der Nullpunkt nach Entlastung erneut gelesen. Jede Einzelmessung ist mit Zeitstempel, Druckwert, Prüflingsanzeige und Referenzanzeige zu erfassen. Abweichende Beobachtungen wie Zeigersprung, blockierter Zeiger oder Undichtigkeit sind gesondert zu vermerken.

Genauigkeitsgrenzen,

Wiederholbarkeit und zulässige Messabweichungen
Die Bewertung erfolgt anhand der Genauigkeitsklasse des Geräts. Sie ist auf den vollen Messbereich bezogen und wird in Prozent des Endwerts angegeben; die zulässige Anzeigeabweichung an jedem Prüfpunkt ergibt sich aus Klasse und Endwert. Ein Gerät der Klasse 1,0 darf über den gesamten Bereich maximal den entsprechenden Prozentanteil des Endwerts abweichen. Zu unterscheiden sind die systematische Abweichung, die sich als konstanter oder bereichsabhängiger Versatz zeigt, und die Wiederholbarkeit, die unter denselben Bedingungen bei mehrfacher Ansteuerung desselben Drucks zu bestimmen ist. Hohe Wiederholabweichung deutet auf Lagerreibung, Getriebespiel oder unruhiges Messglied hin. Die Hysterese zwischen auf- und absteigender Messung darf die Klassenfehlergrenze ebenfalls nicht überschreiten. Übersteigt eine Einzelabweichung die Fehlergrenze, ist das Gerät nachzustellen und erneut zu prfen; bleibt die Abweichung bestehen, gilt das Gerät als unbrauchbar und ist außer Betrieb zu nehmen oder herabzustufen.

Relevante

Normen und die empfohlenen Prüfintervalle
Für die Prüfung und Kalibrierung von Druckmessgeräten sind mehrere Normentypen relevant. Kalibriernormen beschreiben die Verfahren und die Berechnung der Messunsicherheit; Gerätenormen legen Genauigkeitsklassen, Prüfbedingungen und Fehlergrenzen für elastische Druckmessgeräte fest; metrologische Vorschriften regeln die Eichung und Überwachung im gesetzlichen Messwesen. Branchenspezifische Regelwerke geben zusätzliche Anforderungen an Prüfintervalle und Dokumentation vor, insbesondere in Anlagen mit Sicherheitsfunktion. Die Festlegung der Intervalle erfolgt risikobasiert: Maßgeblich sind Beanspruchung durch Schwingung, Druckwechsel, Temperaturschwankungen und Medium sowie die sicherheitstechnische Bedeutung der Messstelle. Üblich sind Prüfabstände zwischen einem und drei Jahren; nach Reparatur, Überlastung oder Standortwechsel ist eine außerplanmäßige Prüfung durchzuführen. Alle Ergebnisse sind im Kalibrier- beziehungsweise Prüfprotokoll festzuhalten und rückverfolgbar zu archivieren.

FAQ

Was passiert bei der Prüfung von Druckmessgeräten, wenn Messwerte angezweifelt werden und eine Nachprüfung nötig ist?

Bei einer Datenreklamation wird das betreffende Druckmessgerät erneut dem festgelegten Prüfablauf unterzogen. Dabei werden die Prüfpunkte des vollständigen Prüfungsumfangs wiederholt und die Ergebnisse der Vergleichsmessung oder Direktmessung mit den ursprünglichen Kalibrierreferenzen abgeglichen, um die strittigen Messabweichungen zu verifizieren.

Wie lange dauert die Prüfung von Druckmessgeräten bis zur Ausstellung des Prüfberichts?

Die Dauer hängt vom vereinbarten Prüfungsumfang, der gewählten Prüfverfahren sowie der Anzahl und Art der Prüfpunkte ab. Nach Abschluss der Messungen werden die Ergebnisse hinsichtlich Genauigkeitsgrenzen und Wiederholbarkeit ausgewertet und im Prüfbericht dokumentiert. Konkrete Bearbeitungszeiten werden individuell mit dem Prüflabor abgestimmt.

Welche

Voraussetzungen müssen Druckmessgeräte für die Prüfung erfüllen und wie werden sie eingereicht?
Die Geräte müssen für die Prüfung von Druckmessgeräten zugänglich, gereinigt und entsprechend den Vorgaben des Prüfguts vorbereitet sein. Zudem sind Angaben zum erforderlichen Messbereich und zur gewünschten Genauigkeitsklasse hilfreich, damit passende Prüfmittel und Kalibrierreferenzen ausgewählt und die Prüfpunkte korrekt festgelegt werden können.