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Prüfung von Feuerschutztüren

Mechanische Prüfungen2026-11-05

Feuerschutztüren sind bauteilgeprüfte Abschlussysteme, die im Brandfall die Ausbreitung von Feuer und Rauch zwischen Brandabschnitten begrenzen sollen. Die Prüfung von Feuerschutztüren umfasst mehrere Dimensionen: die normative Einordnung nach DIN EN 16034, die Feuerwiderstandsprüfung nach DIN EN 1634-1, die Prüfung der Rauchdichtheit nach DIN EN 1634-2 sowie die Funktionsprüfung der selbstschließenden Eigenschaft nach DIN EN 1191. Zusätzlich werden Spaltmaße und Dichtungssysteme messtechnisch bewertet. Ziel der zusammenfassenden Prüfung ist der Nachweis, dass ein Türsystem unter definierten Beanspruchungen die geforderten Klassifizierungsmerkmale erreicht. Der vorliegende Beitrag beschreibt den prüftechnischen Ablauf von der Probenahme bis zum Prüfbericht und erläutert die wesentlichen Abnahmekriterien.

Prüfumfang

und Normenbasis nach DIN EN 16034
Die DIN EN 16034 bildet die produktnormative Grundlage für Feuerschutztüren und Rauchschutztüren in Europa. Sie legt in Verbindung mit der DIN EN 14351-1 die Anforderungen an dauerhaftigkeitserprobte und selbstschließende Türen fest. Der Prüfumfang leitet sich aus den angestrebten Klassifizierungen ab, insbesondere den Feuerwiderstandsklassen sowie der Rauchdichtheit in kaltem und warmem Zustand. Für die Bewertung sind mehrere Prüfnormen heranzuziehen: DIN EN 1634-1 für die Feuerwiderstandsfähigkeit, DIN EN 1634-2 für die Leckagemessung und DIN EN 1191 für die Dauerfunktion. Zusätzlich werden baulche Merkmale wie Spaltmaße, Beschläge und Schließmechanik in die Bewertung einbezogen. Die Prüfung erfolgt in der Regel als Typenprüfung an einem charakteristischen Muster eines autorisierten Prüfinstituts mit Notifizierung. Herstellererklärungen ersetzen diese Prüfung nicht.

Prüfobjekt und Probenahme vor Ort

Prüfobjekt ist eine komplette Türanlage, bestehend aus Türblatt, Zarge, Beschlägen, Schließmittel, Dichtungssystemen und gegebenenfalls Verglasung. Vor der Prüfung wird die Geometrie dokumentiert, einschließlich Bemaßung, Drehrichtung, Anschlagart und Einbausituation. Die Probenahme bzw. Auswahl des Prüfmusters muss repräsentativ für die beantragte Konfiguration sein; größere Abweichungen innerhalb einer Produktfamilie können separate Muster erfordern. Am Einbauort werden vorab die funktionalen Merkmale aufgenommen, darunter Spaltmaße an allen Kanten, Schließverhalten, Laufeigenschaften und Zustand der Dichtungen. Diese Aufnahme dient später als Vergleichsbasis für die Bewertung nach der Belastungsprüfung. Beschädigungen, nachträgliche Veränderungen oder nicht freigegebene Austauschteile sind zu dokumentieren, da sie das Prüfergebnis beeinflussen können. Eine lückenlose Dokumentation mit Fotos und Maßprotokoll ist Bestandteil des Prüfprozesses.

Prüfmethoden

– Feuerwiderstandsprüfung nach DIN EN 1634-1
Die Feuerwiderstandsprüfung erfolgt an einem vertikalen Prüfofen, der das Türsystem einseitig einer genormten Temperaturzeitkurve aussetzt. Das Muster wird in eine Prüfwand eingebaut, die der vorgesehenen Wandbauart entspricht. Während der Belastung werden mehrere Messgrößen fortlaufend erfasst: die Ofentemperatur, die Temperaturen auf der dem Feuer abgewandten Seite mittels Thermoelementen, sowie die Verformung des Türblatts mittels Wegmesssystemen. Bewertet werden die Kriterien Tragfähigkeit, Raumabschluss und Wärmedämmung. Raumabschluss bedeutet, dass keine Durchgänge für Flammen oder heiße Gase entstehen. Für die Wärmedämmung dürfen die mittleren und maximalen Temperaturerhöhungen auf der unbeanspruchten Seite festgelegte Grenzwerte nicht überschreiten. Die erreichte Zeitdauer bis zum Versagen eines Kriteriums bestimmt die Klassifizierung. Kritische Schwachstellen sind Bereich um Beschläge, Schloss und Dichtungsfugen.

Selbstschließfunktion

und Dauerfunktion nach DIN EN 1191
Feuerschutztüren müssen im Brandfall selbsttätig schließen, ohne dass eine manuelle Betätigung erforderlich ist. Die Prüfung der Selbstschließfunktion und der Dauerfunktion erfolgt nach DIN EN 1191. Hierzu wird das Türblatt wiederholt über einen definierten Öffnungswinkel geöffnet und dem selbsttätigen Schließvorgang überlassen. Geprüft wird, ob das Türblatt aus verschiedenen Öffnungsstellungen zuverlässig in die Schließstellung gelangt und die Falle einrastet. In der Dauerprüfung werden mehrere zehntausende Lastwechsel durchlaufen, um die Lebensdauer der Beschläge und Schließmittel zu simulieren. Vor und nach der zyklischen Belastung werden die Spaltmaße und das Schließmoment aufgenommen und verglichen. Wesentliche Bewertungsgrößen sind die Veränderung der Spaltmaße, die Schließzeit und die Funktionsfähigkeit nach der Beanspruchung. Ein Nachziehen oder Ausleiern von Beschlägen innerhalb der Prüfreihen ist als Funktionsmangel zu werten.

Spaltmaße,

Dichtungssysteme und Rauchschutzprüfung nach DIN EN 1634-2
Spaltmaße zwischen Türblatt und Zarge beeinflussen sowohl die Feuerwiderstandsfähigkeit als auch die Rauchdichtheit. Gemessen wird an mehreren definierten Messpunkten der Fuge mit geeigneten Messsonden. Die Dichtungssysteme umfassen intumeszierende Dichtungen, die bei Wärmeeinwirkung aufquellen, sowie Rauchdichtungen aus Elastomeren. Für die Rauchschutzprüfung nach DIN EN 1634-2 wird das Türsystem in eine Prüfwand eingebaut und einer Druckdifferenz ausgesetzt. Gemessen wird die Leckagerate bei Umgebungstemperatur und bei erhöhter Temperatur, jeweils unterhalb der Rauchgastemperatur, die die Feuerwiderstandsprüfung beansprucht. Die Leckagemenge wird volumetrisch über die Fugen erfasst und auf den Umfangsmaßstab bezogen. Die Rauchdichtheit im kalten Zustand betrifft vorrangig die Frühphase eines Brandes, bevor die Beheizung des Bauteils einsetzt.

Abnahmekriterien und Prüfbericht

Über die Annahme des Prüfergebnisses entscheidet der Vergleich der Messwerte mit den Anforderungen der jeweils angestrebten Klassifizierung. Die Feuerwiderstandsklasse ergibt sich aus der Zeitdauer, in der Tragfähigkeit, Raumabschluss und Wärmedämmung erfüllt bleiben. Die Rauchschutzklassifizierung erfordert das Einhalten der Grenzleckageraten bei den vorgesehenen Prüftemperaturen. Die Dauerfunktion gilt als erbracht, wenn nach der zyklischen Beanspruchung eine zuverlässige Schließfunktion vorliegt und die Spaltmaßänderungen innerhalb der Toleranzen bleiben. Der Prüfbericht dokumentiert die Musterbeschreibung, den Einbauzustand, die Messanordnung, den Zeitablauf der Prüfung sowie alle relevanten Messwerte und Beobachtungen. Auf Basis des Berichts wird die Klassifizierung erteilt. Abweichungen zwischen geprüftem Muster und Serienprodukt müssen durch erweiterte Bewertungsverfahren abgedeckt werden.

FAQ

Wie wird bei der Prüfung von Feuerschutztüren mit erneuter Prüfung und Datenstreitigkeiten umgegangen?

Wird ein Prüfergebnis angezweifigt, kann beim Prüfinstitut Einsicht in den Prüfbericht samt Messprotokollen beantragt werden. Bestehen begründete Zweifel an der Durchführung, ist eine Wiederholungsprüfung an einem vergleichbaren Muster möglich. Grundlage der Bewertung bleiben ausschließlich die dokumentierten Messwerte der Feuerwiderstands-, Rauchschutz- und Funktionsprüfung.

Wie lange dauert die Prüfung von Feuerschutztüren bis zur Berichtsausgabe?

Die reine Ofenprüfung ist zeitlich durch die angestrebte Klassifizierung begrenzt. Hinzu kommen Einbau, messtechnische Instrumentierung und die Dauerprüfung nach DIN EN 1191 mit ihrem hohen Lastwechselumfang. Der Gesamtumfang wird individuell mit dem Prüfinstitut abgestimmt, da er vom Prüfmuster und dem Prüfumfang abhängt.

Welche

Anforderungen gelten für das Prüfmuster bei der Prüfung von Feuerschutztüren?
Eingereicht wird eine vollständige Türanlage aus Türblatt, Zarge, Beschlägen, Schließmittel und Dichtungssystemen. Das Muster muss der beantragten Konfiguration einschließlich Verglasung und Einbausituation entsprechen. Geometrie, Drehrichtung und Anschlagart sind vorab mit dem Institut abzustimmen, damit der Einbau in die Prüfwand der realistischen Wandbauart folgt.